WERKZEUGE FÜR DIE SINNE

Designtools

Räume wirken  |  Räume bestimmen Verhalten  |  Kinder brauchen Raum zum Entfalten  |  Räume schaffen Möglichkeiten  |  Räume sind Lebensorte für Kinder und Begegnungsorte für Eltern  |  Räume sind komplex  |  Räume fördern sozialen und emotionalen Kontakt  |  Räume bringen Bildungsprozesse in Gang und fördern Dialog  |  Räume dürfen nicht nur Bauvorschriften entsprechen, sondern müssen Kindern und Nutzern entsprechen  |  Farbe, Material, Akustik und Licht beeinflußen Räume und die Nutzer psychologisch

Räume - wir unterstützen Sie, Ihre pädagogisch und ästethisch zu gestalten!


"Lernen mit allen Sinnen"

Designtools sind Gestaltungswerkzeuge die von Architekten und Designern bewusst eingesetzt werden, um ästethische Bildungsräume für Kinder zu schaffen.

 

 Zum Text über Designtools siehe auch die Literatur von Angelika von der Beek: "Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei" und "Bildungsräume für Kinder von Drei bis Sechs" im Verlag das Netz.

 

 
 
Designtools 01.jpg

"Ästhetik und Funktionalität"

Seit jeher ist bei allen Völkern nachweislich eine bevorzugte kognitive Haltung zu einer ansprechenden und schmeichelnden “Wahrnehmung unserer Umwelt” festgestellt worden – „das Bedürfnis nach Ästhetik”.    [frei nach Elam Kimberley]

Wir möchten uns in Räumen geborgen und wohl fühlen. Eine ästhetische Gestaltung dieser Räume und der darin enthaltenen Dinge fördert demnach insbesondere bei Kindern die Sinne und fordert die Entwicklung zur differenzierten Wahrnehmung mit sich selbst, den anderen Kindern und ihrer Umwelt.

Beim Betreten der Räume sollte man ihnen unmittelbar ihre Funktion ablesen können, beispielsweise sollten Kinder beim Betreten eines Bewegungsraumes diesen sofort als solchen erkennen. Vor allem müssen sie in diesem entsprechend differenzierte Bewegungsmöglichkeiten vorfinden. 

Räume sollten generell nach Bildungsbereichen und Funktionen gebildet werden. 

Mobiliar und Interieur das einen pädagogischen Hintergrund innehält, wird dabei zum Bildungsmaterial. Es unterstützt den Raum in seiner Funktion, die Kinder bei ihren Selbstbildungsprozessen und die Pädagogen in ihrer wertvollen Bildungsarbeit.

 

 

"Material, Form, Natürlichkeit"

Natürliche Materialien sind ästhetisch und ursprünglich. Ein Baumstamm in der Kita, der ein Nest trägt, ist den Kindern aus dem Wald bekannt - sie verknüpfen dieses Bild z.B. mit der Vorstellung eines Adlerhorstes. Dieses Wiedererkennen schafft Vertrauen und ein natürliches Klima. Natürliche Materialien wie beispielsweise Weidenprodukte bieten außerdem reichhaltige Oberflächen und Texturen. Sie regen den Tastsinn und den Geruchssinn an. Die Sinne werden also differenziert / explizit angesprochen und gefördert. 

Die Auseinandersetzung mit Formen hat nachhaltigen Einfluss auf die Raumwirkung. Architekten und Designer bedienen sich bei der Raumgestaltung verschiedenster Prinzipien geometrischer Kompositionen. Entsprechend der Grundsatzfrage - nach dem Inhalt des Raumes - werden Räume und Objekte definiert, strukturiert und zoniert. Es entsteht eine Identität des Raumes, die Kinder hinsichtlich ihrer Interessen unterstützt und die Orientierung begünstigt. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Natur zahlreiche Materialien bietet, die in ihrer Natürlichkeit am dienlichsten sind und die dem Raum eine harmonische Wirkung verleihen. Sie bringen ästhetische, statisch funktionale und für die Kinder anregende Aspekte von Haus aus mit. 

Sie sind Sicherheitsaspekten gegenüber unbedenklich einsetzbar und ethisch vertretbar, da sie nicht wie viele andere Materialien hohe Produktionsemissionen verursachen - sie sind ressourcenschonend.  

 

 

"Farbe und ihre Wirksamkeit"

Eine differenzierte Raum- und Farbgestaltung regt die Wahrnehmung und Sinne der Kinder an. Durchdacht gestaltete Räume fördern Eigenaktivität, Orientierung, Kommunikation, soziales Zusammenleben, Körpererfahrungen und ästhetisches Empfinden.

Von zentraler Bedeutung ist die räumliche Farbwirkung auf Kinder. Bei der Farbwahl ist der jeweilige Farbcharakter, die farbpsychologische Wirkung entsprechend entscheidend, da Farben Emotionen und Empfindungen auslösen. 

Ein Beispiel:
Die Farbe „Orange“ wirkt anregend, aktivierend und stoffwechselfördernd, wohingegen die Farbe „Blau“ eher schwer, ruhig und durchblutungshemmend wirkt.  

Die Wahl der Farben im Raum sollte sich demnach an den Funktionen oder Inhalten des Raumes orientieren. Ein Bewegungsraum beispielsweise könnte Farben aus dem Farbspektrum Grün oder Braun erhalten. Diese Farben sind sehr naturnah, regenerierend, schmeichelnd und regen entsprechend zur differenzierten Bewegung an.

Der ohnehin vielseitige Einsatz von Farben kann über die Farbwahl erweitert werden, indem Farben abgetönt und aufgehellt werden. Die Entscheidung für eine Pastellvariante und der bewusste Umgang mit gesättigten und ungesättigten, sowie Ton-in-Ton-Farben erweitert ebenfalls den Einsatzbereich.

 
 

 
 

"Licht, Schatten, Hormonhaushalt"

Tageslicht beeinflusst die Ausschüttung von Hormonen, den Stoffwechsel und die Körpertemperatur. Es steuert durch die Farbtemperatur empfundene Wärme und Kälte. Das Licht gibt einem Raum Entfernung und Nähe. Auch lässt es den Raum und die darin enthaltenen Gegenstände plastisch oder flächig erscheinen. Und wir bekommen durch das sich verändernde Tageslicht einen Bezug zur Uhrzeit.

Und die einen sind im Dunkeln
und die anderen sind im Licht -
doch man sieht nur die im Lichte,
die im Dunkeln sieht man nicht.       
(Berthold Brecht)

Licht und Dunkelwahrnehmung gehört zu unseren polaren Sinneserfahrungen. Da, wo Licht gebrochen wird, entsteht Schatten. Schatten wiederum lässt ein und dasselbe Objekt in jeweils anderem Licht erscheinen. Unser Wahrnehmungsempfinden verändert sich, unsere visuelle Wahrnehmung wird differenzierter. Daher haben Themen wie Licht und Schatten, natürliche Lichtquellen. Spiegel und Spiegelbild, Lichtfarben und Körperfarben haben einen hohen Stellenwert in der Raumgestaltung.

 

 

"Akustik, Lautstärke, Ruhe"

Eine ganz schön umfangreiche Akustik in der Kita - eine entsprechend umfassende Aufgabe eine angenehme und harmonische Geräuschatmosphäre zu schaffen.

Der Raumakustik von Bildungsstätten sollte aufgrund unterschiedlichster Aspekte ein hoher Stellenwert zugeschrieben werden. Allen zu berücksichtigenden Aspekten gemein ist die mögliche Beeinträchtigung oder gar Störung der verschiedenen Sinne. 

Daher kann es zu ungünstigen Auswirkungen wie Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit, der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, dem Sozialverhalten, der Sprachentwicklung und dem Wohlbefinden von Kindern und Pädagogen kommen.

Bauliche Begünstigungen gegen Lärm:

Eine Schallschutzdecke sollte eine Mindestanforderung an den Raum sein. Bodenbeläge wie Teppich, Kork und Kautschuk mindern den Schall. Die Wände können z.B. durch den Einsatz von Baumwoll-Putz oder gezielt eingesetzten Elementen wie Teppich schallabsorbierend wirken. Solch ein Teppich kann im unteren Bereich der Wand gleichzeitig als Wandschutz fungieren und in die Gestaltung des Raumes mit einbezogen werden. 

Die Bildung von Räumen im Raum durch beispielsweise einer sinnvollen Anordnung aus bestehenden Möbeln wie Regalen, mit denen Bereiche strukturiert werden, fördert die Geräuschreduktion. Bei der Materialwahl und Materialqualität sollte auf die Oberflächenbeschaffenheit geachtet warden. Hölzer z.B. sollten mit einem Öl behandelt werden statt lackiert, da ein offenporiges Öl schallschluckend wirkt, wohingegen ein Lack den Schall reflektiert. Der Einsatz von Deckensegeln ist ebenfalls ein interessantes Mittel um die Akustik zu verbessern. 

Harmonische Begünstigungen im Kita Alltag:

Arbeitet eine Bildungsstätte mit Funktionsräumen, so werden laute und leise Tätigkeiten durch die jeweiligen Schwerpunktbereiche in den verschiedenen Räumen der Einrichtung getrennt. Wenn Kinder beispielsweise einen separaten Bauraum zur Verfügung haben, so ist es zunächst in Ordnung wenn dort eine ausgeprägtere Geräuschkulisse als beispielsweise im Atelier wahrzunehmen ist. Die jeweiligen Maßnahmen zur akustischen Verbesserung der Räume sind immer individuell zu betrachten. Sie stehen im direkten Kontext mit den Inhalten eines Raumes - daraus resultieren die spezifischen Möglichkeiten der Architekten und Designer.