wir sagen Danke & auf Wiedersehen ...

UPDATE - Jan. 2026

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz ausdrücklich für 11 unfassbar fantastische Jahre Projektarbeit mit Kindern, Pädagogen, Kitas, Krippen & Schulen, Architekten & Planern, Freunden & Unterstützern bedanken! Das war eine wirklich so schöne Reise.

Und unser Abschlussprojekt hätte gar nicht würdiger sein können... 
Wir durften einen der größten Träger Deutschlands intensiv mit unserer Expertise im Bereich der pädagogischen Raum- und Produktgestaltung unterstützen. Bei diesem spannenden Bauvorhaben ging es um ein Modular skalierbares und nachhaltiges Bildungsgebäude. Vielleicht sogar um die Kita der Zukunft?  

Über ein Jahr lang haben wir wöchentlich im Rahmen von Workshops im Dialog mit Erziehern & Pädagogen, Kitaleitungen & Regionalleitungen, Fachberatern & Hauswirtschaftlern, U3- sowie Inklusionsexperten, Produkt- & Industriedesignern, Architekten & Handwerksmeistern dieses Planungsvorhaben entwickelt. Von der Garderobe bis hin zum Wickeltisch haben wir wirklich alle Bildungsbereiche betrachtet und versucht für alle Nutzer des Hauses das bestmögliche Ergebnis zu gestalten.

Und weil wir genau in dieser Zeit eine Produktserie geschaffen haben, die unsere Zukunft verändern sollte, möchten wir uns nun genau mit dieser - viel intensiver beschäftigen.

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Raumgestaltung

Räume wirken - Räume sind komplex - Räume bringen Bildungsprozesse in Gang und fördern Dialog - Räume bestimmen Verhalten - Räume schaffen Möglichkeiten - Kinder brauchen Raum zum Entfalten - Räume sind Lebensorte für Kinder und Begegnungsorte für Eltern - Räume fördern sozialen und emotionalen Kontakt - Räume dürfen nicht nur Bauvorschriften entsprechen, sondern müssen Kindern und Nutzern entsprechen - Farbe, Material, Akustik und Licht beeinflußen Räume und die Nutzer psychologisch

Einblicke ins Projekt

Kita Sandvika

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Roomtour - Elementarbereich

Im Elementarbereich der Kita Sandvika wird teiloffen in vier verschiedenen Funktionsräumen gearbeitet. Im Atelier, im Forscherraum, im Bauraum und im Bewegungsraum. Diese Räume sind so ausgerichtet, dass jeweils ein Bildungsbereich fokussiert wird sowie eine Stammgruppe von 25 Kindern dort zuhause sind. 

In jedem der vier Funktionsräume sind Rückzugsbereiche für Kinder eingebaut. Nachhaltigkeit wird Kindern vorgelebt, indem sie dort auch Mobiliar wie alte Bauernschränke vorfinden.

Nachdem die Kinder Morgens in ihren Stammgruppen angekommen sind und die erste Zeit dort verbracht haben, werden die Räume für alle Elementarkinder geöffnet, damit jedes Kind seinem individuellen Entwicklungs-Bedürfnis nachgehen kann. Die Mahlzeiten werden ebenfalls in den Räumen eingenommen. Die hauseigene Bio-Küche übernimmt die Versorgung.

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Roomtour - Krippenbereich

Die Kita Sandvika verfügt über vier Krippenräume, die konzeptionell gleich aufgebaut sind. Sie bestehen jeweils aus einem Gruppenraum und einem sich anschließenden Schlaf-und Ruheraum. Zudem teilen sich immer zwei Gruppen einen Sanitärbereich, der ihre Gruppenräume mit einander verbindet. Der Sanitärbereich umfasst eine Wickelstation, Duschmöglichkeiten und WC`s für U3 Kinder.

In jedem Schlaf- und Ruheraum befindet sich ein Schlafpodest mit diversen Rückzugs- und Schlafnischen, in denen bis zu 15 Kinder Schlaf, Entspannung und Erholung finden. Eingebaute Matratzengaragen ergänzen das Podest und sorgen für Ordnung. Außerhalb der Schlafzeiten wird die Podestlandschaft als Rückzugsort, Bewegungsraum und Ort für differenzierte Sinneserfahrungen von den Kindern angenommen. Die Hängewiege bereichert das Podest um einen besonderen Schlafplatz, der viel Geborgenheit gibt und die Beziehung zur Bezugsperson intensiviert.

Die Gruppenräume sind flexibel gestaltet, sodass bei Bedarf die Tische schnell und platzsparend in Garagen verschwinden können und genügend Platz für die U3-Bewegungsbaustelle oder ein großzügiges Krippenatelier auf dem Boden entsteht. Große Spiegel mit Greifmöglichkeiten aus Massivholz unterstützen Krippenkinder in ihrer Identitätsfindung und sind kombinierbar mit der Bewegungsbaustelle.

Ausreichend Tageslicht ist in allen Krippenräumen vorhanden, da sie zum Innenhof und zwischen den einzelnen Räumen über große Fensterelemente auf Kinderhöhe verfügen.

Designtools, Lernen mit allen Sinnen

Designtools sind Gestaltungswerkzeuge die von Architekten und Designern bewusst eingesetzt werden, um ästhetische Bildungsräume für Kinder zu schaffen.

Zum Text über Designtools siehe auch die Literatur von Angelika von der Beek: "Bildungsräume für Kinder von Null bis Drei" und "Bildungsräume für Kinder von Drei bis Sechs" im Verlag das Netz.

» Farben und ihre Wirksamkeit «
» Material, Form und Natürlichkeit «
» Ästhetik und Funktionalität «
» Licht, Schatten und Hormonhaushalt «
» Akustik, Lautstärke und Ruhe «

Farbkreis

Auswahl der Farben nach Farb-psychologischen Aspekten und Wirkungsweisen.

Bsp. Flur

Die Farbe Blau wirkt entschleunigt & erdend und unterstützt somit den sehr dynamischen Bereich um die Garderobensituation.

» Material, Form und Natürlichkeit «

Natürliche Materialien, wie beispielsweise Weidenprodukte, bieten außerdem reichhaltige Oberflächen und Texturen. Sie regen den Tastsinn und den Geruchssinn an. Die Sinne werden also differenziert und explizit angesprochen und somit gefördert. 

Die Auseinandersetzung mit Formen hat nachhaltigen Einfluss auf die Raumwirkung. Architekten und Designer bedienen sich bei der Raumgestaltung verschiedenster Prinzipien geometrischer Kompositionen. Entsprechend der Grundsatzfrage - nach dem Inhalt des Raumes - werden Räume und Objekte definiert, strukturiert und zoniert. Es entsteht eine Identität des Raumes, die Kinder hinsichtlich ihrer Interessen unterstützt und die Orientierung begünstigt. 

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass die Natur zahlreiche Materialien bietet, die in ihrer Natürlichkeit am dienlichsten sind und die dem Raum eine harmonische Wirkung verleihen. Sie bringen ästhetische, statisch funktionale und für die Kinder anregende Aspekte von Haus aus mit. Sie sind Sicherheitsaspekten gegenüber unbedenklich einsetzbar und ethisch vertretbar, da sie nicht wie viele andere Materialien hohe Produktionsemissionen verursachen - sie sind ressourcenschonend.

» Ästhetik und Funktionalität «

Seit jeher ist bei allen Völkern nachweislich eine bevorzugte kognitive Haltung zu einer ansprechenden und schmeichelnden “Wahrnehmung unserer Umwelt” festgestellt worden – „das Bedürfnis nach Ästhetik”.   [frei nach Elam Kimberley]

Wir möchten uns in Räumen geborgen und wohl fühlen. Eine ästhetische Gestaltung dieser Räume und der darin enthaltenen Dinge fördert demnach insbesondere bei Kindern die Sinne und fordert die Entwicklung zur differenzierten Wahrnehmung mit sich selbst, den anderen Kindern und ihrer Umwelt.

Beim Betreten der Räume sollte man ihnen unmittelbar ihre Funktion ablesen können, beispielsweise sollten Kinder beim Betreten eines Bewegungsraumes diesen sofort als solchen erkennen. Vor allem müssen sie in diesem entsprechend differenzierte Bewegungsmöglichkeiten vorfinden. 

Räume sollten generell nach Bildungsbereichen und Funktionen gebildet werden. 

Mobiliar und Interieur, das einen pädagogischen Hintergrund innehält, wird dabei zum Bildungsmaterial. Es unterstützt den Raum in seiner Funktion, die Kinder bei ihren Selbstbildungsprozessen und die Pädagogen in ihrer wertvollen Bildungsarbeit.

» Farben und ihre Wirksamkeit «

Eine differenzierte Raum- und Farbgestaltung regt die Wahrnehmung und Sinne der Kinder an.

Durchdacht gestaltete Räume fördern Eigenaktivität, Orientierung, Kommunikation, soziales Zusammenleben, Körpererfahrungen und ästhetisches Empfinden. Von zentraler Bedeutung ist die räumliche Farbwirkung auf Kinder. Bei der Farbwahl ist der jeweilige Farbcharakter, die farbpsychologische Wirkung entsprechend entscheidend, da Farben Emotionen und Empfindungen auslösen. 

Ein Beispiel:
Die Farbe Orange wirkt anregend, aktivierend und stoffwechselfördernd, wohingegen die Farbe Blau eher schwer, ruhig und durchblutungshemmend wirkt. 

Die Wahl der Farben im Raum sollte sich demnach an den Funktionen oder Inhalten des Raumes orientieren. Ein Bewegungsraum beispielsweise könnte Farben aus dem Farbspektrum Grün oder Braun erhalten. Diese Farben sind sehr naturnah, regenerierend, schmeichelnd und regen entsprechend zur differenzierten Bewegung an.

Der ohnehin vielseitige Einsatz von Farben kann über die Farbwahl erweitert werden, indem Farben abgetönt und aufgehellt werden. Die Entscheidung für eine Pastellvariante und der bewusste Umgang mit gesättigten und ungesättigten, sowie Ton-in-Ton-Farben erweitert ebenfalls den Einsatzbereich.

» Licht, Schatten und Hormonhaushalt «

Tageslicht beeinflusst die Ausschüttung von Hormonen, den Stoffwechsel und die Körpertemperatur. Es steuert durch die Farbtemperatur empfundene Wärme und Kälte. Das Licht gibt einem Raum Entfernung und Nähe. Auch lässt es den Raum und die darin enthaltenen Gegenstände plastisch oder flächig erscheinen. Und wir bekommen durch das sich verändernde Tageslicht einen Bezug zur Uhrzeit.

Und die einen sind im Dunkeln
und die anderen sind im Licht -
doch man sieht nur die im Lichte,
die im Dunkeln sieht man nicht.   
(Berthold Brecht)

Licht und Dunkelwahrnehmung gehört zu unseren polaren Sinneserfahrungen. Da, wo Licht gebrochen wird, entsteht Schatten. Schatten wiederum lässt ein und dasselbe Objekt in jeweils anderem Licht erscheinen. Unser Wahrnehmungsempfinden verändert sich, unsere visuelle Wahrnehmung wird differenzierter. Daher haben Themen wie Licht und Schatten, natürliche Lichtquellen. Spiegel und Spiegelbild, Lichtfarben und Körperfarben haben einen hohen Stellenwert in der Raumgestaltung.

» Akustik, Lautstärke und Ruhe «

Eine umfangreiche Akustik in einer Kita fordert eine entsprechend umfassende und sorgfältige Verwandlung in eine angenehme und harmonische Geräuschatmosphäre.

Der Raumakustik von Bildungsstätten sollte aufgrund unterschiedlichster Aspekte ein hoher Stellenwert zugeschrieben werden. Allen zu berücksichtigenden Aspekten gemein ist die mögliche Beeinträchtigung oder gar Störung der verschiedenen Sinne. 

Daher kann es zu ungünstigen Auswirkungen wie Beeinträchtigungen der Konzentrationsfähigkeit, der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit, dem Sozialverhalten, der Sprachentwicklung und dem Wohlbefinden von Kindern und Pädagogen kommen.

Bauliche Begünstigungen gegen Lärm:
Eine Schallschutzdecke sollte eine Mindestanforderung an den Raum sein. Bodenbeläge wie Teppich, Kork und Kautschuk mindern den Schall. Die Wände können z.B. durch den Einsatz von Baumwoll-Putz oder gezielt eingesetzten Elementen wie Teppich schallabsorbierend wirken. Solch ein Teppich kann im unteren Bereich der Wand gleichzeitig als Wandschutz fungieren und in die Gestaltung des Raumes mit einbezogen werden. 

Die Bildung von Räumen im Raum durch eine sinnvolle Anordnung aus bestehenden Möbeln wie Regalen, mit denen Bereiche strukturiert werden, fördert die Geräuschreduktion. Bei der Materialwahl und Materialqualität sollte auf die Oberflächenbeschaffenheit geachtet werden. Hölzer sollten mit einem Öl behandelt werden statt lackiert, da ein offenporiges Öl schallschluckend wirkt, wohingegen ein Lack den Schall reflektiert. Der Einsatz von Deckensegeln ist ebenfalls ein interessantes Mittel um die Akustik zu verbessern. 

Harmonische Begünstigungen im Kita-Alltag:
Arbeitet eine Bildungsstätte mit Funktionsräumen, so werden laute und leise Tätigkeiten durch die jeweiligen Schwerpunktbereiche in den verschiedenen Räumen der Einrichtung getrennt. Wenn Kinder beispielsweise einen separaten Bauraum zur Verfügung haben, so ist es zunächst in Ordnung, wenn dort eine ausgeprägtere Geräuschkulisse als im Atelier wahrzunehmen ist. Die jeweiligen Maßnahmen zur akustischen Verbesserung der Räume sind immer individuell zu betrachten. Sie stehen im direkten Kontext mit den Inhalten eines Raumes - daraus resultieren die spezifischen Möglichkeiten der Architekten und Designer.